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Kühe

Unsere Kühe leben möglichst ganzjährig auf den Weiden im Elztal, Glottertal und am Kaiserstuhl. Nur im Winter ziehen sie – je nach Wetterlage – in unseren tief eingestreuten Laufstall ein.

Da Kühe ausgeprägte Lauftiere sind und Bewegung eine wichtige Rolle für Stoffwechsel und Verdauung spielt, ist es uns ein großes Anliegen, diesem natürlichen Bedürfnis möglichst viel Raum zu geben.

Im Sommer ernähren sich die Tiere von frischem Gras auf der Weide. Im Winter erhalten sie zusätzlich Heu, das wir im Sommer auf unseren eigenen Wiesen gewinnen.

frisches Futter

Da unsere Mutterkühe mehr Milch produzieren, als ein einzelnes Kälbchen benötigt, um satt zu werden, nehmen wir regelmäßig Kälbchen von unseren Kooperationsbetrieben bei uns auf. So entsteht eine große Patchwork-Herde, die im Familienverbund zusammenlebt.

KälberFressTisch

Neben unserer Patchworkherde beteiligen wir uns außerdem an der Zucht des Original-Braunviehs, um diese vom Aussterben bedrohte Rasse zu erhalten und zu schützen.

 

Das Allgäuer Original Braunvieh - Rassespiegel

Braunvieh
Abstammung
  • Schweiz

Geschichte
  • Zurückzuführen auf das Torfrind der Alpenrandseen um 1550 – 700 v. Chr. 

  • Zuchtarbeit seit etwa 600 Jahren, begonnen in der Zentralschweiz 

  • 2/3 des Allgäuer Bestandes fiel im 19. Jahrhundert der Rinderpest zum Opfer 

  • 1830 wurden aufgrund der hohen Käsenachfrage günstige Milchkühe bezogen, die u. a. durch Einkreuzung das Allgäuer Original Braunvieh fast verdrängten 

  • Durch die Gründung von Zuchtverbänden wurde die verwandte Schweizer Braunvieh Kuh importiert und mit dem Restbestand gepaart 

  • Erst Mitte des 20. Jahrhunderts waren durch moderne Zuchtmethoden Erfolge zu verzeichnen 

  • In den 60er Jahren wurde die amerikanische Milchrasse „Brown Swiss“ zur Leistungssteigerung eingekreuzt, wodurch der alte Typ beinahe vollkommen verdrängt wurde 

  • Heute gibt es ca. 160 Muttertiere des Allgäuer Original Braunvieh ohne „Brown Swiss“-Blutanteile 

Nutzungsrichtung
  • Milchbetonte Zweinutzungsrasse (Milch und Fleisch)

Zuchtziel
  • Erhaltung und Weiterentwicklung des reinen Allgäuer Original Braunvieh (insb. Natursprungbullen) 

  • Regionale Anpassungsfähigkeit 

  • Leistungsbedarfsdeckung bei extensiver Haltung 

  • Hohes Futteraufnahmevermögen bei guter Rauhfutterverwertung 

  • Gutes Weideverhalten, geländegängig, widerstandsfähig 

  • Lange Lebens- und Nutzungsdauer 

  • Gesundes Euter, korrektes Fundament mit guten Klauen, harmonisch geformte Hörner 

  • Gute Fleischqualität bei hohem Ausschlachtungsgrad 

Milchleistung
  • Ca. 16 – 20 kg (Leistungssteigerung in der 2. und 3. Laktation) 

  • Ca. 6000 kg / Jahr (Fettgehalt: 3,5 %; Eiweißgehalt: 3,8 %) 

Fleischleistung
  • Kälbermast ca. 1300 g / Tag 

  • Bullenmast ca. 1200 bis 1400 g / Tag 

  • Rinder- und Ochsenmast ca. 1000 bis 1100 g / Tag 

Aussehen
  • Farbschlag: schwarzbraun bis helles weißgrau oder weißgelb; überwiegend dachsgrau 

  • Schwarze Hornspitzen 

  • Helle Haarbüschel in den Ohren 

  • Weißumsäumtes dunkles Flotzmaul 

  • Aalstrich auf dem Rücken 

Größe & Gewicht
  • Kuh: 130 – 140 cm groß; 550 – 700 kg schwer 

  • Bulle: 135 – 150 cm groß; 700 – 1200 kg schwer 

Verhalten
  • ruhiges Weideverhalten 

Rote Liste
  • Kategorie II (stark gefährdet)

Warum züchten wir hier Original Braunvieh?

Wir wollen auf dem Langenbacher Hof ein nachhaltiges, extensives Haltungssystem für alte Rassen schaffen, das gut zu den naturgegebenen Bedingungen des Hofes passt.

 

Original Braunvieh-Tiere vom Allgäuer Schlag sind geländegängig, robust, und erreichen mit unserem Hoffutter (im Sommer frisches Gras auf der Weide, im Winter Heu) eine angemessene Milchleistung und sehr gute Fleischqualität.

 

Was uns außerdem wichtig ist:

Warum haben Kühe Hörner?

Hörner sind ein natürlicher Teil der Kuh und erfüllen mehrere wichtige Funktionen im Sozialverhalten der Herde.

Kühe nutzen ihre Hörner vor allem zur Kommunikation. Über die Stellung von Kopf und Hörnern können sie anderen Tieren signalisieren, ob Abstand gewünscht ist oder ob eine Annäherung möglich ist. Viele Konflikte werden dadurch früh geklärt, bevor es zu körperlichen Auseinandersetzungen kommt.

Außerdem dienen Hörner auch der Körperpflege, zum Beispiel zum Kratzen, Massieren oder zur Fellpflege an schwer erreichbaren Stellen.

Hörner sind stark durchblutete und sensible Körperteile. Sie wachsen als Teil des Schädels und gehören zur natürlichen Ausstattung der Kuh.

In horntragenden Herden entsteht dadurch ein feines System aus Signalen und Abständen, das das Zusammenleben in der Gruppe mitprägt.

Wir beobachten unsere horntragenden Kühe mit großer Wertschätzung und sehen ihre Hörner als Teil ihres natürlichen Ausdrucks und Verhaltens.

Quellen: 

„Kühe verstehen – Eine neue Partnerschaft beginnt“ von Martin Ott

„Das Kuhhorn- ein verkanntes Stoffwechselorgan“ von Alfred Schädeli

„Die Bedeutung des Kuhhorns. Die Behandlung der Nutztiere in der modernen Gesellschaft“ von Franz & Judith Weber